Adlersberg – Es war ein Abend, an dem im Mayerwirtsaal die Pfeile flogen und die Emotionen hochkochten, ohne dass die Atmosphäre je die Grenze der Fairness überschritt. Die Flying Eagles des TSV Adlersberg empfingen zum Derby den DC Wolfdart – und mussten sich am Ende mit 6:9 geschlagen geben. Eine Niederlage, die schmerzt, aber in ihrer Deutlichkeit auch die Stärke des Gegners offenbart.
„Es war ein intensives Spiel, geprägt von gegenseitigem Respekt", resümierte Abteilungsleiter Michl Bayer nach der Partie. „Beide Mannschaften wollten unbedingt gewinnen, aber die Stimmung blieb jederzeit freundschaftlich." Tatsächlich bot sich den Zuschauern ein Derby, wie es sein soll: Kampf, Leidenschaft, aber auch Anerkennung für die Leistung des Kontrahenten.
Ausgeglichener Beginn, dann die Wende
Die ersten Einzel verliefen ausgeglichen. Kilian Dinnes eröffnete mit einem knappen 3:2-Satzgewinn gegen Florian Griesbach, Ulrich Schiller legte mit einem souveränen 3:1 gegen Andreas Dobler nach. Auch Max Freisleben, der in der Spieler-Rangliste auf Platz zwei steht, zeigte seine Klasse und bezwang Oliver Scharf mit 3:1. Nach drei Spielen führten die Flying Eagles 3:0.
Doch dann kam die Wende. Matthias Scheuerer unterlag Tjark Osterhaus glatt mit 0:3, Alexander Merl musste sich Tim Crowley mit 2:3 geschlagen geben, und Andreas Schmeiduch verlor gegen Stefan Siegert ebenfalls mit 2:3. Plötzlich stand es 3:3 – das Derby war wieder völlig offen.
Checkout-Schwäche wird zum Verhängnis
„Unser Scoring war eigentlich gut", analysierte Bayer die Partie, „aber wir hatten große Probleme beim Checkout." Eine Diagnose, die den Kern der Niederlage trifft. Immer wieder erspielte sich Adlersberg gute Ausgangspositionen, doch wenn es darauf ankam, das Leg zu beenden, fehlte die nötige Präzision. „Wir haben zu viele Chancen liegen gelassen", so Bayer. „Das kannst du dir gegen einen starken Gegner wie die Wolfdarts nicht erlauben."
Doppel bringen die Vorentscheidung
In den Doppeln zeigte sich die Stärke der Wolfdarts. Merl und Dinnes unterlagen Griesbach und Crowley mit 2:3, Julian Nickl und Schiller verloren gegen Scharf und Dobler mit 1:3. Einzig Freisleben und Schmeiduch konnten gegen Siegert und Osterhaus mit 3:2 punkten. Nach den Doppeln lag Adlersberg mit 4:6 zurück.
In den abschließenden Einzeln gelang es den Flying Eagles nicht mehr, den Rückstand aufzuholen. Zwar siegte Schiller gegen Griesbach und Freisleben gegen Osterhaus, doch Dinnes, Nickl, Merl und Schmeiduch mussten Niederlagen hinnehmen. Auch hier machte sich die Checkout-Schwäche bemerkbar: Zu oft blieben die entscheidenden Doppelfelder unerreicht. Am Ende stand ein 6:9 zu Buche – eine Niederlage, die die Gastgeber auf Platz sechs der Tabelle verharren lässt.
Bäcker schmerzlich vermisst
„Moritz Bäcker wurde schmerzlich vermisst", betonte Bayer. Der Spieler, der in der Gesamtwertung mit 36 Punkten auf Rang neun steht, fehlte den Flying Eagles an diesem Abend. Seine Abwesenheit hinterließ eine Lücke, die nicht zu schließen war. „Mit Moritz hätten wir vielleicht ein, zwei Spiele mehr geholt", so Bayer. „Gerade in den knappen Situationen hätte uns seine Erfahrung beim Finish geholfen."
Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Julian Nickl, der im zweiten Doppel für Matthias Scheuerer eingewechselt wurde und ein High Finish von 112 erzielte – die beste Leistung der Partie auf Seiten der Gastgeber. Auf Seiten der Wolfdarts glänzte Tjark Osterhaus mit einem High Finish von 100.
Kampf um den Klassenerhalt
Mit nun 12:14 Punkten aus 13 Spielen bleibt die Lage für die Flying Eagles angespannt. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nur vier Punkte, der Kampf um den Klassenerhalt ist noch nicht entschieden. „Wir müssen jetzt die Köpfe hochnehmen und uns auf die kommenden Spiele konzentrieren", mahnte Bayer. „Jeder Punkt zählt. Und wir müssen dringend an unserem Checkout arbeiten – das ist der Schlüssel."
Die Wolfdarts hingegen festigten mit dem Sieg ihre Position auf Platz zwei. Mit 16:10 Punkten haben sie weiterhin gute Chancen auf den Aufstieg, auch wenn der Abstand zum souveränen Tabellenführer Dartclub Wenzenbach II (24:0 Punkte) beträchtlich bleibt.
Am 25.April gastiert der DC Wenzenbach IV im Mayerwirtsaal. Ein kleines Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt, das die Flying Eagles annehmen und mit der Unterstützung ihrer Fans hoffentlich für sich entscheiden können.