Pettendorf – Ein Abend, zwei Spiele, zwei unterschiedliche Geschichten: Die Dartabteilung des TSV Adlersberg empfing am Freitagabend im Mayerwirtsaal in Pettendorf gleich zwei Gegner zum Doppelspieltag. Während die erste Mannschaft gegen den ersatzgeschwächten FSV Steinsberg einen souveränen 12:3-Erfolg feierte, siegte die zweite Mannschaft gegen den SC Endorf mit 8:7 – ließ sich nach vorzeitiger Entscheidung aber zu sehr vom geselligen Teil des Abends ablenken.
Vor zahlreichen Zuschauern entwickelte sich eine lockere und freundschaftliche Atmosphäre, wie sie für den Dartsport in der Region typisch ist. Die vier Mannschaften sorgten für einen unterhaltsamen Abend, bei dem sportlicher Ehrgeiz und Kameradschaft Hand in Hand gingen. "So muss Dartsport sein", freute sich Abteilungsleiter Michl Bayer. "Alle vier Teams haben sich mit Respekt begegnet, und die Stimmung war einfach großartig."
Erste Mannschaft - Klare Verhältnisse gegen dezimierte Gäste
Um 19:00 Uhr begann das Spiel der ersten Mannschaft, und die Flying Eagles ließen von Beginn
an keinen Zweifel aufkommen. Bereits in der ersten Einzelrunde setzten sich Julian Nickl (3:2 gegen Sven Zaspel), Max Freisleben (3:0 gegen Reinhard Rieks), Moritz Bäcker (3:1 gegen Benjamin Frank) und Andreas Schmeiduch (3:1 gegen Michael Klingshirn) durch. Lediglich Ulrich Schiller musste sich Leo Furtner mit 1:3 geschlagen geben, während Kilian Dinnes gegen Alexander Haupt ebenfalls den Kürzeren zog. In den Doppeln demonstrierten die Adlersberger ihre Stärke: Bäcker/Dinnes gewannen souverän mit 3:0, Nickl/Schiller setzten sich mit 3:2 durch, und Schmeiduch/Freisleben machten mit einem 3:0 den Sack zu. "Die Jungs haben das heute sehr konzentriert runtergespielt", lobte Abteilungsleiter Michl Bayer. "Natürlich war Steinsberg ersatzgeschwächt, aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und nichts anbrennen lassen."
In der zweiten Einzelrunde spielten die Gastgeber den Spieltag seriös zu Ende. Nickl, Schiller, der eingewechselte Matthias Scheuerer, Bäcker und Schmeiduch holten ihre Punkte, nur Dinnes musste sich erneut geschlagen geben. Mit 39:21 Legs und einem Endstand von 12:3 war der Erfolg deutlich ausgefallen. Bereits um 21:40 Uhr war die Partie beendet – eine klare Angelegenheit.
Hervorzuhebenen sind die beiden Shortlegs von Sven Zaspel und Alexander Haupt vom FSV Steinsberg, die nur 18 bzw. 17 Darts für ein Leg benötigten. Allerdings fehlte beiden im Nachgang dann die Konstanz, so dass diese Legs nur Ergebniskosmetik waren.
Zweite Mannschaft Früher Sieg, späte Nachlässigkeit
Parallel dazu kämpfte die zweite Mannschaft in der 3. Bezirksliga Mitte gegen den SC Endorf. Hier entwickelte sich zunächst ein ähnlich klares Bild: Stefan Klügl (3:1 gegen Tobias Geiger), Vinzent Giesa (3:0 gegen Maximilian Eibl), beide zeigten zudem noch je ein Shortleg mit 20 Pfeilen, Winnie Bäcker – der Vater von Moritz aus der ersten Mannschaft – (3:0 gegen Rudolf Adlhardt), Gusti Bayer (3:2 gegen Michael Liedl) und Otto Ebner (3:0 gegen Michel Wand-Reichel) sorgten für eine komfortable 5:1-Führung nach den ersten Einzeln. Nur Korbinian Brunner musste sich Frank Metz mit 1:3 geschlagen geben.
In den Doppeln bauten Otto Ebner/Brunner (3:0) und Giesa/Klügl (3:1) den Vorsprung aus, während Winnie Bäcker/Gusti Bayer mit 1:3 verloren. Mit 7:2 ging man in die abschließenden Einzel.
In der zweiten Einzelrunde, bei der Johannes Weiß für Stefan Klügl eingewechselt wurde, verloren die Adlersberger fünf von sechs Spielen. Weiß unterlag Eibl (1:3), Giesa gewann zwar noch knapp gegen Geiger (3:2) und holte damit den erlösenden 8. Punkt. Doch Winnie Bäcker (1:3 gegen Liedl), Gusti Bayer (2:3 gegen Adlhardt), Otto Ebner (0:3 gegen Metz) und Brunner (2:3 gegen Wand-Reichel) mussten sich geschlagen geben. Der Endstand von 8:7 (32:27 Legs) war deutlich knapper als nötig.
"Ich muss da ganz ehrlich sein: Das war nicht professionell von uns", räumte Teamcapitän Otto Ebner, der im ersten Spiel noch ein astreines Shortleg mit 18 Darts spielte, selbstkritisch ein. "Sobald wir den achten Punkt geholt hatten, war bei uns mental der Stecker gezogen. Wir haben uns mehr auf die Feier nach dem Spiel konzentriert als aufs Darten. Das darf uns nicht passieren, egal wie komfortabel die Führung ist."
Auch Abteilungsleiter Michl Bayer zeigte sich kritisch: "Das war nicht das, was wir sehen wollen. Die Jungs haben das Spiel früh gewonnen und sich dann mehr dem Feiern als dem Darten gewidmet. Das ist ärgerlich und respektlos gegenüber dem Gegner. Wir haben Glück gehabt, dass es schon vorher gereicht hat." Das Spiel endete erst um 22:37 Uhr – deutlich später als das der ersten Mannschaft.
Für die erste Mannschaft geht es erst am Karsamstag, den 4. April, um 19:00 Uhr weiter. Dann gastieren die Thunderbirds II im Mayerwirtsaal. "Das muss ein Pflichtsieg gegen die noch punktlosen Saltendorfer werden", weiß Bayer. "Wir müssen von der ersten Minute an hellwach sein, dann sollte es auch reichen."
Die zweite Mannschaft spielt bereits kommende Woche gegen die Dartfreunde Geisling-Pfatter III. "Ich erwarte, dass die Mannschaft die richtigen Schlüsse aus dem heutigen Abend zieht", so Bayer abschließend. "Talent allein reicht nicht – Einstellung und Konzentration müssen über die volle Distanz stimmen."
Trotz der Kritik bleibt festzuhalten, der TSV Adlersberg holte an diesem Abend sechs wichtige Punkte und festigte damit seine Position in beiden Ligen. Die Zuschauer im Mayerwirtsaal erlebten einen unterhaltsamen Doppelspieltag, der einmal mehr bewies, dass Dartsport in der Oberpfalz mehr ist als nur das Werfen auf die Scheibe – es ist gelebte Gemeinschaft.