27.09.2026
Stark auf den Doppeln: Flying Eagles siegen zum Saisonauftakt gegen DC Amberg IV mit 11:4 – doch das Ergebnis trügt

Die Flying Eagles haben am 2. Spieltag der 2. Bezirksliga Nord (BDV Oberpfalz) einen 11:4-Heimerfolg gegen den 1. Steel-Dart-Verein Amberg IV eingefahren. Ein Blick auf die Statistik und die einzelnen Partien verdeutlicht jedoch, dass das klare Ergebnis über den tatsächlichen Spielverlauf hinwegtäuscht. Zahlreiche Legs bewegten sich auf Augenhöhe; den Ausschlag gab letztlich die höhere Checkout-Quote der Gastgeber.

Enge Legs und spielentscheidende Checkouts

Über weite Strecken begegneten sich beide Mannschaften im Scoring nahezu gleichwertig. Die Gäste aus Amberg erarbeiteten sich in fast jedem Leg Checkchancen, ließen am äußeren Ring des Boards jedoch die nötige Konsequenz vermissen. Adlersberg agierte in den entscheidenden Momenten treffsicherer.

Max Freisleben lieferte mit einem 3:1 gegen Sebastian Götz und einem Average von 59,04 Punkten die beste Einzelleistung des Abends ab. Ulrich Schiller bezwang Justin Lofing mit 3:0 (Average 51,53). Auch die weiteren 3:0-Erfolge von Matthias Scheuerer gegen Sebastian Sowa sowie Kilian Dinnes gegen Tilman Märtl spiegeln die knappen Spielstände in den einzelnen Legs nicht wider: Mehrmals fiel die Entscheidung erst mit dem letzten Dart. Für Amberg verkürzte Tobias Most durch ein 3:0 gegen Vinzent Giesa.

Kurioser Moment im ersten Einzel von Schmeiduch

Die Ausgeglichenheit des Abends zeigte sich besonders im ersten Einzel von Andreas Schmeiduch gegen Ambergs Julian Matthies. Die Begegnung ging nach wechselhaftem Verlauf über die volle Distanz in das Entscheidungsleg.

Im alles entscheidenden fünften Leg erarbeitete sich Schmeiduch schließlich 47 Punkte Rest. Während der Lehrbuchweg trocken die Single 15 anvisiert, um sich die Doppel 16 zu stellen, entschied sich Andi für eine unkonventionelle Route: Der erste Dart landete in der Single 19 um unmittelbar danach die Doppel 14 zum Matchgewinn zu treffen.

Game Shot and the Match

Doch anstatt der Explosion der Emotionen passierte im Saal … absolut gar nichts. Totenstille. Weder der Schreiber noch die Amberger Bank oder die Zuschauer hatten diesen  Rechenweg so ad hoc parat. Schmeiduch stand mit ausgestrecktem Arm am Oche, blickte mit fragendem Blick in die stumme Runde, drehte sich um und brach das verlegene Schweigen mit breitem Grinsen im feinsten Oberpfälzerisch:

„Des basst etz scho, oda?“
Als den Anwesenden dämmerte, dass 19 und 28 tatsächlich 47 ergeben, brach im Mayerwirtsaal schallendes Gelächter aus, gefolgt von erleichtertem Applaus.
„Ich hab kurz selbst am eigenen Verstand gezweifelt, als keiner reagiert hat“, grinste Schmeiduch nach dem Spiel. „„Die Doppel 14 liegt mir einfach gut. Julian stand selbst auf einem Checkout, deshalb wollte ich die Chance direkt nutzen. Dass kurz alle nachrechnen mussten, war natürlich eine witzige Randnotiz.“

Nachdem Adlersberg zwei der drei Doppelpartien für sich entscheiden konnte, brachten die zweiten Einzel die Entscheidung. Freisleben (3:0 gegen Lofing) und Schiller (3:0 gegen Götz) mit einer blitzsauberen 180 gewannen glatt. Schmeiduch behielt mit 3:1 gegen Sowa die Oberhand, während Giesa gegen Märtl mit 3:2 im Decider siegte. Dinnes musste sich Most knapp mit 2:3 geschlagen geben.

Abteilungsleiter Michl Bayer zog nach der Begegnung ein nüchternes Fazit

„Das 11:4 fällt etwas zu deutlich aus. Amberg war im Scoring keineswegs unterlegen und hatte in fast jedem Leg eigene Darts auf Doppel. Wir haben unsere Möglichkeiten schlicht besser verwertet. Diese Kaltschnäuzigkeit war heute ausschlaggebend und das ist auch der entscheidende Unterschied zur vergangenen Saison. Da hat es oft genau am Checkout gemangelt.“

Sportliche Rivalität bei bester Stimmung

Trotz des umkämpften Spielverlaufs und der sportlichen Brisanz am Board war die Begegnung von Beginn an durch ein äußerst faires und respektvolles Miteinander geprägt. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe und quittierten gelungene Aufnahmen sowie starke Finishes des Gegners mit aufrichtigem Beifall und unterstrichen damit den kameradschaftlichen Zusammenhalt, der den Steeldartsport in der Region auszeichnet.

Derby-Kracher gegen die Wölfe steht bevor

Lange Zeit zum Durchschnaufen bleibt den Flying Eagles allerdings nicht. Am kommenden Samstag, den 03. Oktober 2026 (19:00 Uhr), brennt der Mayerwirtsaal lichterloh: Es steht das prestigeträchtige Lokal-Derby gegen den benachbarten DC Wolfdarts an!

Gegen die kampfstarken Wölfe wird sich Adlersberg solche Zitterphasen kaum erlauben können. Eines steht jedenfalls fest: Wenn die Sicherheit auf den Doppelfeldern bleibt und der Schmäh am Oche weiter so sitzt, dürfen sich die Fans auf einen packenden Derby-Fight freuen.

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